Viele Rollen. Ein ICH.
Die vielen Anteile in mir – Wenn unterschiedliche Seiten meines ICHs aufeinandertreffen
ESSENTIA – Meine Gedankenwelt | Montag, 26. Oktober 2026
Von unseren Rollen zu unseren inneren Anteilen
Vergangenen Montag haben wir uns mit unseren vielen Rollen beschäftigt. Mit all den Rollen, die wir als Frauen täglich leben, lieben, tragen und manchmal auch einfach nur erfüllen.
Wir haben uns gefragt:
Wer bin ICH, wenn ich all diese Rollen ablege? Wer bleibt dann noch?
Vielleicht hast du dir bereits Zeit genommen und deine unterschiedlichen Rollen in deinem persönlichen ICH-Buch aufgeschrieben.
Heute möchte ich mit dir einen Schritt weitergehen. Denn hinter unseren Rollen steckt noch so viel mehr.
Unsere inneren Anteile.
Vielleicht kennst du das auch. Ein Teil von dir möchte mutig sein, etwas verändern und endlich seinen eigenen Weg gehen. Und gleichzeitig gibt es da einen anderen Teil, der Angst hat. Der lieber beim Vertrauten bleiben möchte, weil es sich sicherer anfühlt. Ein Teil von dir möchte stark sein, alles alleine schaffen und niemandem zur Last fallen. Und ein anderer Teil wünscht sich nichts sehnlicher, als sich einmal anlehnen zu dürfen. Nicht immer funktionieren zu müssen. Einfach sein zu dürfen.
Manchmal stehen diese Seiten in uns scheinbar im Widerspruch zueinander.
Aber bedeutet das, dass mit uns etwas nicht stimmt? NEIN!!!
All diese Anteile gehören zu uns. Sie sind Teil unseres ICHs.
Und vielleicht müssen wir gar nicht lernen, einzelne Seiten von uns loszuwerden. Vielleicht dürfen wir vielmehr beginnen, sie kennenzulernen, zu verstehen und herauszufinden, was sie uns eigentlich sagen möchten. Denn manchmal möchte uns genau jener Anteil, der uns heute zurückhält, vor etwas beschützen, das wir irgendwann einmal erlebt haben. Und genau das finde ich so unglaublich spannend.
Meine persönliche Geschichte – Zwischen Selbstzweifeln, Selbstvertrauen und der Frau, die ich sein möchte
Ich kenne dieses Gefühl, immer stark sein zu müssen.
Immer zu glauben, alles alleine schaffen zu müssen. Nicht um Hilfe bitten zu wollen, weil sich sofort dieser Gedanke meldet: Habe ich dann versagt? Bin ich nicht stark genug? Warum schaffe ich das nicht alleine?
Dabei weiß ich doch eigentlich, was ich alles schon geschafft habe. Und trotzdem gibt es diese Momente, in denen mein Selbstvertrauen und meine Unsicherheit scheinbar miteinander kämpfen.
Besonders gut kenne ich das aus meiner Rolle als Mama.
Ich liebe es, Mama zu sein. Es ist eine meiner schönsten und wertvollsten Rollen. Aber meine Lieben, machen wir uns nichts vor. :)))) Es gibt Tage, da könnte ich gefühlt acht Arme, vier Ohren und mindestens drei Gehirne gebrauchen.
„Mamaaaaa, wo ist mein ...?“ „Mamaaaa, kannst du ...?“ „Mamaaaa, sie hat ...!“
Und während ich versuche, auf die eine Frage zu antworten, kommt von der anderen Seite schon die nächste. Nebenbei sollte ich natürlich noch wissen, wo die verschwundene Socke liegt, warum die Trinkflasche nicht im Schulrucksack ist und was wir eigentlich morgen alles brauchen.
Und irgendwann denke ich mir: Könnte bitte irgendjemand einmal MICH fragen, ob ICH etwas brauche? :))))
Ja, manchmal bin ich überfordert. Manchmal bin ich ungeduldig. Und manchmal bin ich auch einfach grantig. Nicht, weil ich meine Kinder weniger liebe. Sondern weil auch ich nur ein Mensch bin. Aber weißt du, wann meine Gedanken dann besonders laut werden?
Abends.
Wenn endlich Ruhe eingekehrt ist. Wenn meine Kinder schlafen und ich eigentlich selbst einmal durchatmen könnte. Dann beginnt plötzlich mein Kopf zu arbeiten. Habe ich heute alles richtig gemacht? Habe ich beiden genügend Aufmerksamkeit geschenkt? Habe ich wirklich zugehört, als sie mir etwas erzählen wollten? Habe ich vielleicht etwas übersehen, das ihnen wichtig gewesen wäre? War ich heute zu streng? Hätte ich geduldiger sein müssen?
Und wenn ich einmal laut geworden bin, kommt sofort die nächste Frage:
Ohhhh Gott, habe ich das jetzt völlig falsch gemacht? Habe ich meinen Kindern damit geschadet? Hoffentlich brauchen die beiden irgendwann keine Therapie wegen ihrer eigenen Mutter! :))))
Und irgendwann, wenn meine Gedanken wieder einmal völlig übertreiben, sage ich mir:
Hey ... es gibt Tiere, die fressen ihre eigenen Kinder. Also so schlecht mache ich meinen Job ja offensichtlich nicht! ;) SPASS MUSS SEIN, MEINE LIEBEN! :))))
Aber hinter diesem Humor steckt auch etwas, das mich wirklich beschäftigt. Denn manchmal frage ich mich, warum wir Mamas so oft nur das sehen, was wir vielleicht nicht richtig gemacht haben. Warum vergessen wir so schnell, wie oft wir an einem einzigen Tag getröstet, zugehört, geholfen, organisiert, gelacht, geliebt und einfach nur für unsere Kinder da gewesen sind? Warum reicht manchmal ein einziger Moment, in dem wir die Geduld verloren haben, um all die anderen schönen Momente infrage zu stellen?
Und genau da erkenne ich meine inneren Anteile.
Die liebevolle Mama, die weiß, wie viel sie gibt. Die erschöpfte Mama, die manchmal einfach nur Ruhe braucht. Und die unsichere Mama, die Angst hat, nicht gut genug zu sein. Dabei möchte ich meinen Kindern doch gar keine perfekte Mama vorleben. Ich möchte ihnen zeigen, dass man ein Mensch sein darf. Mit Gefühlen, Fehlern, Grenzen und ganz viel Liebe.
Und vielleicht gehört dazu auch, dass ich mir selbst öfter die Liebe und das Verständnis entgegenbringe, das ich meinen Kindern jeden Tag schenken möchte.
Und dann gibt es da noch die Frau vor dem Spiegel ...
Kennst du diese Tage, an denen du vor dem Spiegel stehst und dich selbst einfach nicht besonders hübsch findest?Du schaust dich an. Entdeckst Dinge an dir, die dich stören. Vergleichst dich vielleicht mit anderen Frauen. Die eine hat so eine schöne Figur. Die andere so eine tolle Haut. Und überhaupt scheint bei manchen Frauen einfach immer alles zu passen.
Und plötzlich schaust du nicht mehr auf das, was dich schön macht. Sondern nur noch auf das, was du an dir selbst nicht magst. Ich kenne solche Momente. Und manchmal denke ich mir morgens wirklich:
Ohhhh mein Gott, wie bekomme ich das heute wieder hin? :))))
Aber dann beginne ich, mich herzurichten. Ich liebe Make-up. Ich liebe schöne Kleidung. Ich liebe es, mich zu stylen und mit meiner Weiblichkeit zu spielen. Manchmal ganz natürlich und schlicht. Und manchmal dürfen es eben auch die roten Lippen und das kurze Schwarze sein. Und weißt du was?
Ich liebe dieses Gefühl, wenn ich mich dann im Spiegel anschaue und denke: Hey, das bin ICH. Und ich fühle mich gerade richtig wohl mit mir.
Nicht, weil ich plötzlich perfekt aussehe. Sondern weil ich mich schön fühle. Weil ich Freude daran habe, mich herzurichten. Weil ich meine Weiblichkeit gerne lebe. Und dann gehe ich aus dem Haus. Begegne einer anderen Frau. Und plötzlich ist sie wieder da. Diese kleine, unsichere Stimme in meinem Kopf. Was denkt sie jetzt von mir? Findet sie mich eingebildet? Denkt sie, ich möchte mich in den Mittelpunkt stellen? Bin ich zu viel? Ist das Outfit vielleicht doch zu auffällig? Und manchmal merke ich, wie ich mich dadurch zurückhalte. Vielleicht doch lieber etwas weniger Make-up? Vielleicht doch nicht die roten Lippen? Vielleicht lieber etwas Unauffälligeres?
Nicht, weil ICH mich damit unwohl fühle. Sondern weil ich Angst habe, dass jemand anderes sich ein falsches Bild von mir machen könnte.
Und genau das beschäftigt mich. Warum eigentlich?
Warum fällt es uns Frauen manchmal so schwer, uns einfach gegenseitig schön zu finden? Warum vergleichen wir uns so oft? Warum haben wir manchmal Angst, zu viel zu sein, nur weil wir uns gerne schön machen, uns weiblich fühlen und das auch zeigen möchten? Dabei würde ich mir so sehr wünschen, dass wir Frauen einander viel öfter aufbauen. Dass wir einer anderen Frau begegnen und uns denken: Wow, sie sieht toll aus! Und ihr das vielleicht sogar sagen. Ohne uns selbst dadurch kleiner zu fühlen. Ohne uns zu vergleichen. Ohne zu bewerten. Denn die Schönheit einer anderen Frau nimmt mir doch nichts von meiner eigenen. Und vielleicht ist genau das ein Gedanke, den wir uns viel öfter bewusst machen dürfen. Wir Frauen dürfen strahlen. Wir dürfen uns schön fühlen. Wir dürfen unsere Weiblichkeit leben, ganz egal, ob mit roten Lippen, ungeschminkt, im kurzen Schwarzen oder in der gemütlichen Jogginghose.
Es gibt nicht die eine richtige Art, Frau zu sein. Und wir müssen uns auch nicht kleiner machen, damit sich andere Menschen mit uns wohler fühlen. Ich wünsche mir ein Miteinander unter uns Frauen. Ein gegenseitiges Bestärken.Ein ehrliches Kompliment. Ein Lächeln. Eine Frau, die einer anderen Frau Mut macht, anstatt sie zu verunsichern.
Denn wie schön wäre es, wenn wir unsere weibliche Energie nicht zurückhalten, sondern miteinander teilen würden? Wenn wir einander damit anstecken, statt uns gegenseitig kleinzumachen? Und genau hier erkenne ich wieder meine inneren Anteile. Die selbstbewusste Frau, die sich schön fühlt und ihre Weiblichkeit gerne lebt. Die unsichere Frau, die Angst vor Verurteilung hat. Und die freiheitsliebende Frau, die eigentlich einfach nur sie selbst sein möchte.
Alle drei gehören zu mir.
Aber ich darf lernen, nicht immer der Unsicherheit die Entscheidung zu überlassen.
Und als Unternehmerin?
Auch hier begegnen mir diese unterschiedlichen Seiten.
Ich habe so viele Ideen, Visionen und Träume. Ich möchte mit ESSENTIA etwas bewegen. Ich möchte nicht nur Friseurin sein, sondern all das miteinander verbinden, was mich als Frau und als Mensch ausmacht.
Und ich liebe, was ich tue.
Trotzdem gibt es diese Gedanken.
Fühlen sich meine Kundinnen wohl? Mache ich meinen Job gut genug? Kann ich das wirklich alles umsetzen? Bin ich auf dem richtigen Weg? Was könnte ich besser machen? Und manchmal frage ich mich, ob ich mir vielleicht zu viel zutraue.
Doch dann ist da wieder dieser andere Teil von mir. Der Teil, der weiß, warum ich das alles begonnen habe. Der Teil, der Visionen hat. Der Teil, der etwas schaffen möchte. Der Teil, der daran glaubt, dass so viel mehr möglich ist, als wir uns manchmal selbst zutrauen.
Und auch hier merke ich:
Meine Unsicherheit möchte mich vielleicht davor bewahren, Fehler zu machen, kritisiert zu werden oder zu scheitern. Aber mein Selbstvertrauen möchte mich daran erinnern, was ich alles kann. Und mein Mut möchte, dass ich es trotzdem versuche.Was ich daraus für mich gelernt habe
Wenn ich all diese Situationen betrachte, erkenne ich etwas.
Es sind ganz unterschiedliche Rollen.
Die Mama. Die Unternehmerin. Die Frau vor dem Spiegel.
Und trotzdem begegnen mir immer wieder ähnliche innere Anteile.
Meine Unsicherheit. Mein Selbstvertrauen. Meine Angst, nicht gut genug zu sein. Mein Wunsch, alles richtig zu machen. Und gleichzeitig mein Mut, meine Lebensfreude und mein Bedürfnis, einfach ICH selbst sein zu dürfen.
Vielleicht ist es gar nicht immer die Rolle, die uns so herausfordert. Vielleicht sind es manchmal die inneren Anteile, die wir in diese Rolle mitnehmen.
Ich habe für mich einen Weg gefunden, bewusster damit umzugehen. Nicht, weil ich keine Selbstzweifel mehr habe. Nicht, weil ich als Mama immer alles richtig mache. Nicht, weil ich mich jeden Tag wunderschön finde. Und auch nicht, weil ich als Unternehmerin immer genau weiß, wie es weitergeht.
Sondern weil ich begonnen habe, meine Gedanken und meine unterschiedlichen Seiten bewusster wahrzunehmen.
Ich darf am Abend erkennen, was ich als Mama alles geleistet habe, anstatt nur darüber nachzudenken, was ich vielleicht falsch gemacht habe. Ich darf vor dem Spiegel stehen, mich schön machen und meine Weiblichkeit genießen, ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen. Ich darf mein Unternehmen mit Freude und Motivation weiter aufbauen, auch wenn ich manchmal Angst habe, dass etwas nicht funktionieren könnte. Und ich darf um Hilfe bitten, ohne deshalb versagt zu haben. Ich muss nicht immer stark sein. Ich darf auch einmal unsicher sein. Denn meine Unsicherheit nimmt mir nicht mein Selbstvertrauen. Und meine Selbstzweifel nehmen mir nicht meinen Wert.
Ich bin ICH. Mit all meinen Rollen. Mit all meinen Seiten. Mit all meinen inneren Anteilen.Und ich möchte mein Leben so leben, wie es sich für mich richtig anfühlt. Ich möchte meinen Kindern zeigen, dass eine Frau ihren eigenen Weg gehen darf. Ich möchte anderen Frauen Mut machen, sich nicht ständig zu vergleichen, sondern sich gegenseitig zu stärken. Und ich möchte mir selbst immer wieder erlauben, die Frau zu sein, die ich wirklich sein möchte.
Nicht die Frau, von der ich glaube, dass andere sie gerne hätten. Sondern ICH.
Und hey ...
DU KANNST DAS AUCH!
Vielleicht wirst auch du erkennen, dass hinter deiner Unsicherheit ganz viel Mut steckt. Dass hinter deinem Wunsch, alles richtig zu machen, ganz viel Liebe liegen kann. Und dass du nicht erst perfekt, selbstbewusst oder frei von Zweifeln sein musst, um dein Potenzial leben zu dürfen. Denn du bist nicht nur die Frau, die manchmal an sich zweifelt. Du bist auch die Frau, die sich trotz ihrer Zweifel immer wieder traut.Und genau diese Frau darfst du kennenlernen.
Dein ICH.
Was passiert eigentlich in unserem Gehirn, wenn unsere inneren Anteile miteinander kämpfen?
Vielleicht fragst du dich jetzt: Warum ist das eigentlich so? Warum kann ich mich in einem Moment unglaublich selbstbewusst fühlen und im nächsten Moment wieder völlig an mir zweifeln? Warum weiß ich manchmal ganz genau, was ich möchte, und traue mich trotzdem nicht?
Um das zu verstehen, möchte ich dich auf eine kleine Reise in unser Gehirn mitnehmen.
Keine Sorge, wir machen jetzt keinen komplizierten Biologieunterricht. :)))
Stell dir unser Gehirn einmal wie ein riesiges Netzwerk vor.
In diesem Netzwerk befinden sich Milliarden von Nervenzellen, sogenannte Neuronen. Diese kommunizieren miteinander und bilden unzählige Verbindungen. Immer wenn wir etwas erleben, denken, fühlen oder lernen, werden bestimmte Netzwerke in unserem Gehirn aktiv.
Und jetzt wird es spannend.
Unser Gehirn liebt das Vertraute
Alles, was wir im Laufe unseres Lebens erleben und immer wieder denken oder tun, kann unsere neuronalen Verbindungen beeinflussen. Vielleicht hast du schon als kleines Mädchen gelernt, dass du stark sein musst. Dass du alles alleine schaffen solltest. Dass Fehler etwas Schlechtes sind. Oder dass es wichtig ist, was andere Menschen über dich denken. Wenn sich solche Erfahrungen und Gedanken immer wiederholen, können daraus vertraute Denk- und Verhaltensmuster entstehen. Unser Gehirn greift besonders in stressigen Situationen gerne auf bereits gelernte Muster zurück. Nicht unbedingt, weil sie uns heute guttun. Sondern weil sie vertraut sind. Und manchmal begleiten uns diese Muster noch als erwachsene Frauen, obwohl wir sie eigentlich gar nicht mehr brauchen. Und was passiert, wenn zwei innere Anteile Unterschiedliches wollen?
Nehmen wir mein Beispiel mit den roten Lippen.
Ein Teil von mir denkt: „Ich fühle mich schön. Ich mag mich so. Ich möchte das tragen.“
Ein anderer Teil denkt: „Was werden die anderen sagen? Bin ich vielleicht zu viel?“
Hier treffen unterschiedliche Bedürfnisse und gelernte Bewertungen aufeinander. Mein Wunsch, mich frei auszudrücken, und mein Bedürfnis nach Sicherheit und Zugehörigkeit. Unser Gehirn verarbeitet dabei Erinnerungen, Erfahrungen, Erwartungen und mögliche Konsequenzen. Wenn wir eine Situation als bedrohlich oder unangenehm bewerten, kann unser Alarmsystem aktiver werden. Die Amygdala, ein Bereich unseres Gehirns, spielt dabei eine wichtige Rolle. Unser Körper kann mit Anspannung, Unsicherheit oder Angst reagieren. Gleichzeitig helfen uns Bereiche des präfrontalen Cortex, also im vorderen Teil unseres Gehirns, eine Situation bewusster einzuschätzen und Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet nicht, dass zwei kleine Frauen in unserem Kopf miteinander streiten. :))) Aber es erklärt, warum wir manchmal innerlich hin- und hergerissen sind. Ein Teil von uns möchte etwas Neues wagen, während ein anderer lieber beim Vertrauten bleiben möchte.Und weißt du, was ich daran besonders schön finde?
Wir können lernen, anders damit umzugehen.
Unser Gehirn kann Neues lernen – ein Leben lang
Dafür gibt es einen wunderbaren Begriff:
Neuroplastizität.
Das bedeutet, dass unser Gehirn veränderbar und lernfähig bleibt. Wenn wir neue Erfahrungen machen, neue Gedanken bewusst üben und anders handeln als bisher, können sich die Verbindungen zwischen unseren Nervenzellen verändern. Manche Verbindungen werden gestärkt, andere mit der Zeit weniger genutzt. Auch neue Verbindungen können entstehen. Stell dir dazu einen Weg durch eine Wiese vor. Wenn du jeden Tag denselben Weg gehst, wird daraus irgendwann ein gut sichtbarer Pfad. Genauso können unsere gewohnten Gedanken und Reaktionen zu vertrauten Wegen werden. Aber was passiert, wenn du beginnst, einen neuen Weg zu gehen? Am Anfang ist er vielleicht ungewohnt. Du musst bewusster darauf achten, wohin du gehst. Vielleicht möchtest du sogar wieder umkehren. Doch je öfter du diesen neuen Weg gehst, desto vertrauter kann er werden. Und genau so dürfen wir auch neue Denk- und Verhaltensweisen lernen.
Was hat das mit NLP zu tun?
Im Neurolinguistischen Programmieren, kurz NLP, beschäftigen wir uns unter anderem damit, wie unsere Gedanken, unsere Sprache, unsere Erfahrungen und unser Verhalten zusammenhängen. Wir schauen uns an, welche inneren Muster uns begleiten und wie wir neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten entwickeln können. Auch die Arbeit mit inneren Anteilen ist ein Ansatz, den wir im NLP nutzen. Dabei geht es nicht darum, einen unsicheren Anteil einfach wegzumachen. Sondern darum, zu verstehen: Warum ist er da? Was möchte er vielleicht für mich erreichen? Und brauche ich diese Reaktion heute überhaupt noch in derselben Form?
Wichtig ist: NLP ist ein Coachingansatz, dessen spezifische Methoden gut belegt sind. Die Fähigkeit unseres Gehirns, durch Lernen und Erfahrung Veränderungen zu entwickeln, ist dagegen neurowissenschaftlich gut erforscht.
Und was haben unsere Glückshormone damit zu tun?
Vielleicht hast du schon einmal von Dopamin und Endorphinen gehört. Dopamin ist ein Botenstoff, der unter anderem bei Motivation, Lernen und der Verarbeitung von Belohnungen eine wichtige Rolle spielt. Endorphine sind körpereigene Stoffe, die unter anderem Schmerzen lindern und unser Wohlbefinden beeinflussen können. Wenn wir etwas schaffen, das wir uns vorher nicht zugetraut haben, kann das ein positives Erlebnis sein. Wir sammeln eine neue Erfahrung. Und unser Gehirn kann daraus lernen. Nicht, weil bei jedem mutigen Gedanken automatisch Glückshormone ausgeschüttet werden, sondern weil unsere Erfahrungen, unsere Gefühle und unsere Lernprozesse miteinander verbunden sind. Vielleicht traust du dich heute zum ersten Mal, um Hilfe zu bitten. Vielleicht sagst du einmal Nein, obwohl du sonst immer Ja gesagt hättest. Oder du gehst mit deinen roten Lippen aus dem Haus und entscheidest, dich nicht von den möglichen Gedanken anderer Menschen bestimmen zu lassen.
Und irgendwann merkst du: Hey, ich kann das ja wirklich! Du hast eine neue Erfahrung gemacht. Eine Erfahrung, auf die du beim nächsten Mal zurückgreifen kannst. Was möchte ich dir damit sagen?
Du musst nicht jeden Gedanken glauben, nur weil er in deinem Kopf auftaucht. Du musst nicht immer so reagieren, wie du es bisher getan hast. Und du musst auch nicht gegen deine Unsicherheit kämpfen. Du darfst sie kennenlernen. Du darfst verstehen, woher sie möglicherweise kommt. Und du darfst Schritt für Schritt neue Erfahrungen sammeln. Vielleicht wird deine Unsicherheit nicht sofort verschwinden. Vielleicht meldet sie sich sogar immer wieder. Aber mit jeder neuen Erfahrung kannst du lernen, bewusster zu entscheiden, welcher Stimme du folgen möchtest. Denn nur weil du etwas lange so gedacht hast, bedeutet das nicht, dass du es für immer so denken musst. Und vielleicht beginnt genau hier eine Veränderung. Nicht indem du eine andere Frau wirst. Sondern indem du erkennst, dass du heute neue Entscheidungen treffen darfst. Deine Vergangenheit hat dich geprägt. Aber sie muss nicht jede Entscheidung deiner Zukunft bestimmen.Und genau darin liegt eine wunderbare Möglichkeit unseres Gehirns: Wir dürfen ein Leben lang dazulernen.
Und du darfst dir selbst dabei immer wieder neu begegnen.
ESSENTIA – Meine Gedankenwelt 🤍
Von meinen Rollen zu meinen inneren Anteilen
Erinnerst du dich an unseren letzten Montag?
An die vielen Rollen, die du in deinem Leben trägst? Vielleicht hast du sie bereits in deinem persönlichen ICH-Buch aufgeschrieben.
Heute möchte ich dich einladen, diese Seite noch einmal aufzuschlagen. Denn jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Wir schauen nicht mehr nur darauf, welche Rollen du lebst, sondern auch darauf, was in dir passiert, während du sie lebst. Deine heutige Aufgabe:
Nimm dir jede einzelne Rolle vor, die du vergangenen Montag für dich aufgeschrieben hast.
Vielleicht deine Rolle als Mama, Partnerin, Unternehmerin/Führungs-positon, Berufstätige, Freundin, Tochter oder einfach als Frau.
Gehe jede Rolle ganz bewusst und in Ruhe durch. Und stelle dir dabei folgende Fragen:
1. Wie fühle ich mich in dieser Rolle?
Fühle ich mich sicher, glücklich, frei, selbstbewusst, geliebt oder vielleicht manchmal auch überfordert, unsicher und ängstlich?
Schreibe alles auf, was dir dazu einfällt. Ohne es zu bewerten.
2. Welche inneren Anteile erkenne ich in dieser Rolle?
Ist da die Starke, die alles schaffen möchte? Die Unsichere, die Angst hat, etwas falsch zu machen? Die Perfektionistin, die immer alles richtig machen will? Oder vielleicht die Mutige, die Kreative, die Liebevolle, die Freiheitsliebende? Welche Seiten von dir zeigen sich besonders häufig?
3. Gibt es Anteile, die sich manchmal widersprechen oder miteinander verstricken?
Oder du möchtest als Partnerin Nähe zulassen, während ein anderer Teil von dir Angst hat, verletzt zu werden.
Schau einmal ganz bewusst hin.
4. Was könnte hinter diesen Anteilen stecken?
Was möchte dieser Teil von mir vielleicht erreichen? Wovor möchte er mich möglicherweise schützen? Was brauche ich in diesen Momenten wirklich?
5. Woher kenne ich dieses Gefühl eigentlich?
Jetzt möchte ich dich einladen, noch ein kleines Stück tiefer zu schauen. Vielleicht hast du bei deinen bisherigen Antworten bemerkt, dass sich ein bestimmter Anteil immer wieder meldet. Die Unsichere. Die Ängstliche. Die Perfektionistin. Oder jene Seite von dir, die es immer allen recht machen möchte.
Dann frage dich einmal:
Wann habe ich mich schon einmal genauso gefühlt?
Erinnere ich mich an eine Situation, in der ich kritisiert, ausgelacht, abgelehnt oder nicht ernst genommen wurde?
Gab es einen Moment, in dem ich etwas unbedingt wollte, mich aber aufgrund der Meinung anderer Menschen nicht getraut habe? Was habe ich damals über mich selbst gedacht oder vielleicht sogar begonnen zu glauben?
Könnte es sein, dass ich diesen Gedanken bis heute mit mir trage, obwohl er gar nicht mehr zu meinem heutigen Leben passt?
Vielleicht hast du irgendwann einmal gehört:
„Das kannst du nicht.“ „Was werden denn die anderen denken?“ „Sei nicht so empfindlich.“ Oder vielleicht hat dir auch niemand etwas gesagt. Vielleicht hast du selbst aus einer Erfahrung den Schluss gezogen, nicht gut genug zu sein.
Und heute? Heute möchtest du etwas Neues wagen, dich zeigen, deine Meinung sagen oder einfach einmal dein eigenes Ding machen. Doch plötzlich meldet sich diese vertraute Unsicherheit. Vielleicht versucht ein Teil von dir, dich vor einer erneuten Enttäuschung, Kritik oder Ablehnung zu bewahren. Aber nur weil dich eine Erfahrung früher geprägt hat, bedeutet das nicht, dass sie heute noch darüber entscheiden muss, was du dir zutraust.
Und jetzt kommt für mich die wichtigste Frage:
Was würde ICH eigentlich wollen, wenn ich keine Angst vor der Meinung, Kritik oder Ablehnung anderer Menschen hätte?
Was würde ich tun? Wie würde ich mich zeigen? Welche Entscheidung würde ich treffen? Und was könnte ich heute anders machen, damit nicht immer meine alte Unsicherheit entscheidet, sondern auch mein heutiges Selbstvertrauen eine Stimme bekommt? Vielleicht erkennst du dabei, dass ein Teil von dir Sicherheit sucht, während ein anderer endlich frei sein möchte.
Und beide dürfen gehört werden.
Denn du musst deine Unsicherheit nicht wegdrücken, um deinen eigenen Weg gehen zu können. Du darfst verstehen, warum sie da ist, und trotzdem selbst entscheiden, wohin du gehen möchtest. Du musst dafür nicht zwangsläufig eine bestimmte Erinnerung finden. Manchmal erkennen wir unsere Muster auch einfach daran, wie wir heute denken, fühlen und handeln.
6. Welchem Anteil möchte ich in Zukunft mehr Raum geben?
Vielleicht deiner Mutigen. Deiner Selbstbewussten. Deiner Gelassenen. Oder einfach jener Frau, die sich erlaubt, nicht immer alles perfekt machen zu müssen.
Und dann frage dich: Was könnte ich in dieser Rolle beim nächsten Mal ein kleines bisschen anders machen?
Ein Gedanke, den ich dir mitgeben möchte
Du musst heute keine Antworten auf alles finden. Vielleicht entdeckst du sogar Seiten an dir, die dir bisher gar nicht bewusst waren. Und vielleicht erkennst du, dass sich manche deiner inneren Anteile nicht nur in einer, sondern in ganz vielen deiner Rollen zeigen. Die Unsichere als Mama. Die Unsichere als Unternehmerin. Die Unsichere als Partnerin. Aber genauso auch die Mutige, die Liebevolle und die Selbstbewusste. Denn deine Rollen können sich verändern. Aber die unterschiedlichen Seiten deines ICHs begleiten dich oft durch viele Lebensbereiche.
Und genau deshalb lohnt es sich, sie kennenzulernen. Nicht um sie zu bekämpfen. Sondern um dich selbst ein Stück besser zu verstehen. Vielleicht möchtest du deine Antworten auch einmal nebeneinanderlegen und schauen, ob du etwas erkennst, das sich durch mehrere Rollen zieht. Denn manchmal liegt genau dort eine Erkenntnis, die uns vorher gar nicht bewusst war.
Und vergiss nicht: Du darfst alle diese Seiten in dir tragen und trotzdem ganz DU selbst sein.
Wenn du deine inneren Anteile noch besser kennenlernen möchtest Vielleicht hast du beim Lesen oder beim Beantworten der Fragen gemerkt, dass sich manche deiner inneren Anteile immer wieder melden. Dass du eigentlich weißt, was du möchtest, dich aber trotzdem etwas zurückhält. Oder dass du immer wieder in ähnliche Situationen gerätst, obwohl du dir schon so oft vorgenommen hast, diesmal anders zu reagieren.
In der Persönlichkeitsentwicklung und im Coaching gibt es dafür eine Methode, die sich Arbeit mit inneren Anteilen nennt. Dabei beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Seiten unserer Persönlichkeit. Wir schauen gemeinsam hin, welche Anteile sich zeigen, welche Bedürfnisse dahinterstehen könnten und warum manche Seiten in bestimmten Situationen besonders laut werden. Es geht nicht darum, etwas an dir wegzumachen. Sondern darum, dich besser kennenzulernen und neue Möglichkeiten für dein Denken und Handeln zu entdecken. Wenn du merkst, dass du dabei gerne persönliche Begleitung hättest, bin ich gerne für dich da.
In meinen ESSENTIA-Einzelsitzungen können wir gemeinsam mit der Anteilearbeit einen genaueren Blick auf deine inneren Muster werfen und daran arbeiten, einen bewussteren Umgang mit ihnen zu entwickeln. Denn manchmal braucht es einen geschützten Raum, um sich selbst neue Fragen zu stellen und die eigenen Antworten zu entdecken.
Ich gebe dir nicht die Antworten auf dein Leben. Ich gebe dir Werkzeuge, mit denen du deine eigenen Antworten entdecken kannst.
Ein letzter Gedanke für heute...
Vielleicht hast du heute erkannt, dass du viel mehr bist als die Rolle, die du gerade lebst. Dass du stark sein kannst und dich trotzdem manchmal schwach fühlst. Dass du selbstbewusst sein kannst und trotzdem an dir zweifelst. Dass du mutig sein kannst und trotzdem Angst hast. Und dass all diese Seiten zu dir gehören dürfen. Du musst dich nicht für eine davon entscheiden. Du darfst lernen, sie alle besser zu verstehen. Denn dein ICH besteht nicht nur aus deinen Stärken. Es besteht auch aus deinen Unsicherheiten, deinen Erfahrungen, deinen Wünschen, deinen Bedürfnissen und all den Seiten, die du vielleicht erst noch kennenlernen wirst.
Du musst nicht erst alle deine inneren Widersprüche lösen, um dein eigenes Leben leben zu dürfen. Du darfst heute beginnen. Mit einem kleinen Schritt. Mit einer neuen Entscheidung. Mit ein bisschen mehr Vertrauen in dich selbst. Und vielleicht stellst du dir heute Abend einmal nicht die Frage:„Was habe ich wieder alles falsch gemacht?“
Sondern:
„Was habe ich heute alles geschafft, obwohl ich manchmal an mir gezweifelt habe?“ Denn auch das bist DU.
Und hey ... DU KANNST DAS! 🤍
Und damit sind wir noch lange nicht am Ende unserer gemeinsamen Gedankenreise angekommen.
Nachdem wir uns mit unserem ICH und den vielen Rollen beschäftigt und anschließend unsere inneren Anteile kennengelernt haben, werfen wir nächsten Montag einen Blick auf unsere Emotionen – und entdecken, wie unsere Rollen, unsere inneren Anteile und unsere Emotionen miteinander verbunden sind und wie wir lernen können, diese Zusammenhänge bewusst wahrzunehmen und besser zu verstehen.
Ich freue mich, wenn du auch nächsten Montag wieder ein Stück dieser Reise mit mir gehst. 🤍
Von mir. Vielleicht auch für dich.
ESSENTIA – Meine Gedankenwelt
Wenn Gedanken leiser werden, wird deine Essenz wieder hörbar.