Viele Rollen. Ein ICH.
Meine Emotionen – Was mich trifft, betrifft mich.
Wenn meine Rollen, meine inneren Anteile und meine Gefühle aufeinandertreffen.
ESSENTIA – Meine Gedankenwelt | Montag, 2. November 2026
Von meinem ICH über meine inneren Anteile zu meinen Emotionen
Meine Lieben, schön, dass ihr wieder da seid. 🤍
In den vergangenen Wochen haben wir uns gemeinsam auf eine Reise gemacht. Eine Reise zu unserem ICH.
Wir haben begonnen, unsere vielen Rollen bewusster wahrzunehmen. Die Mama. Die Partnerin. Die Freundin. Die Kollegin. Die Tochter. und vieles mehr...All die Frauen, die wir im Laufe eines Tages sein können.
Wir haben uns gefragt, welche Rollen wir gerne leben, welche uns manchmal überfordern und welche wir vielleicht schon viel zu lange tragen, obwohl sie gar nicht mehr zu uns passen.
Letzten Montag sind wir dann noch ein Stück tiefer gegangen. Zu unseren inneren Anteilen. Zu der selbstbewussten Frau in uns. Der Unsicheren. Der Mutigen. Der Ängstlichen. Derjenigen, die immer alles richtig machen möchte. Und derjenigen, die manchmal einfach nur in den Arm genommen werden will.
Und heute?
Heute möchte ich mit dir über etwas sprechen, das uns alle begleitet. Etwas, das uns manchmal Flügel verleiht. Und uns manchmal innerhalb weniger Sekunden völlig aus der Bahn werfen kann.
Unsere Emotionen.
Denn egal, welche Rolle wir gerade leben und welcher innere Anteil sich meldet – wir fühlen etwas dabei.
Manchmal Freude. Manchmal Angst. Manchmal Traurigkeit. Manchmal Wut. Und manchmal alles gleichzeitig.
Kennst du das?
Du hast eigentlich einen wunderschönen Tag. Du bist gut gelaunt, voller Energie und denkst dir: Heute kann mich wirklich nichts aus der Ruhe bringen. Und dann kommt dieser eine Satz. Dieser eine Blick. Diese eine Bemerkung. Und plötzlich ist sie weg. Deine gute Laune. Deine Gelassenheit. Dein innerer Frieden. Vielleicht wirst du wütend. Vielleicht möchtest du weinen. Vielleicht ziehst du dich zurück. Und manchmal fragst du dich hinterher selbst: „Warum hat mich das jetzt eigentlich so getroffen?“
Genau dieser Frage möchte ich heute mit dir nachgehen.
Was passiert eigentlich in uns, wenn eine Emotion entsteht?
Emotionen sind zunächst einmal etwas ganz Natürliches.
Unser Gehirn und unser Körper reagieren damit auf das, was wir erleben, wahrnehmen, denken oder erwarten. Manchmal ist es etwas Schönes. Ein liebevoller Blick. Ein Kompliment. Ein Erfolg. Eine Umarmung. Und plötzlich wird es warm in uns. Wir lächeln. Unser Körper fühlt sich leicht an. Wir sind glücklich. Aber manchmal ist es auch etwas Unangenehmes. Ein Vorwurf. Eine Zurückweisung. Ein Streit. Das Gefühl, nicht gesehen oder nicht ernst genommen zu werden. Und plötzlich schlägt unser Herz schneller. Unser Bauch zieht sich zusammen. Wir spüren Druck auf der Brust. Vielleicht bekommen wir einen Kloß im Hals. Oder diese unglaubliche Hitze, wenn wir richtig wütend werden. Emotionen entstehen durch das Zusammenspiel verschiedener Gehirnregionen, unseres Nervensystems, unserer Körperreaktionen und unserer bisherigen Erfahrungen.
Unser Gehirn versucht laufend einzuschätzen, was eine Situation für uns bedeutet.
Bin ich sicher? Werde ich angenommen? Droht mir Ablehnung? Muss ich mich schützen? Und manchmal reagiert unser Körper schon, bevor wir bewusst verstanden haben, was uns gerade so getroffen hat.
Eine Emotion ist also zunächst einmal eine Reaktion. Nicht automatisch eine Entscheidung. Und auch nicht automatisch die ganze Wahrheit über eine Situation.
Das finde ich unglaublich wichtig.
Denn nur weil ich mich gerade abgelehnt fühle, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass mich jemand ablehnen wollte. Und nur weil ich wütend bin, bedeutet das nicht automatisch, dass mein Gegenüber etwas falsch gemacht hat. Aber genauso wenig bedeutet meine starke Emotion, dass ich übertreibe. Vielleicht ist tatsächlich eine Grenze überschritten worden. Vielleicht wurde ich ungerecht behandelt. Vielleicht habe ich mich aber auch an etwas erinnert gefühlt, das schon viel länger in mir lebt. Und genau hier kommen unsere inneren Anteile ins Spiel.
Meine Rolle. Mein innerer Anteil. Meine Emotion.
Stell dir einmal folgende Situation vor:
Du bist in der Arbeit. Du hast dir Mühe gegeben, etwas gut zu machen. Du hast organisiert, geplant, vielleicht sogar länger gearbeitet. Und dann sagt dein Chef: „Das hätte man aber auch anders machen können.“ Ein einziger Satz. Vielleicht war es nur eine sachliche Rückmeldung. Vielleicht war der Tonfall aber auch wirklich unangemessen. Doch in dir passiert plötzlich etwas. Du fühlst dich klein. Unsicher. Vielleicht schämst du dich sogar. Und innerlich hörst du diesen Satz: „Ich bin einfach nicht gut genug.“
Was ist da gerade passiert?
Du bist in deiner Rolle als Mitarbeiterin oder Unternehmerin. Aber vielleicht meldet sich gerade ein innerer Anteil, der schon sehr lange versucht, alles richtig zu machen. Ein Anteil, der Angst vor Kritik hat. Der Anerkennung braucht. Der sich beweisen möchte. Und die Emotion, die du spürst, macht diesen Anteil plötzlich sichtbar. Vielleicht kennst du genau dieses Gefühl auch aus einer ganz anderen Rolle. Als Mama. Wenn du abends erschöpft auf dem Sofa sitzt und dich fragst, ob du heute genug für deine Kinder da warst.
Als Partnerin. Wenn du dir Nähe wünschst, dein Gegenüber aber gerade Rückzug braucht und du dich plötzlich nicht wichtig genug fühlst.
Oder als Freundin. Wenn du bemerkst, dass sich andere ohne dich getroffen haben und dieser kleine Stich in deinem Herzen auftaucht. „Bin ich ihnen vielleicht gar nicht so wichtig?“
Die Situationen sind unterschiedlich. Die Rollen sind unterschiedlich. Aber vielleicht meldet sich jedes Mal derselbe innere Anteil. Der Anteil, der Angst hat, nicht genug zu sein.
Unsere Rollen sind die Lebensbereiche, in denen wir uns bewegen. Unsere inneren Anteile sind unterschiedliche Seiten unseres Erlebens. Und unsere Emotionen können uns zeigen, welche Bedürfnisse, Befürchtungen oder Grenzen gerade wichtig werden. Dabei ist das kein starrer Ablauf.
Unsere Emotionen beeinflussen auch, wie wir unsere Rollen leben und welche Seiten von uns gerade stärker hervortreten. Und plötzlich beginnt sich etwas miteinander zu verbinden. Unser ICH. Unsere Rollen. Unsere inneren Anteile. Unsere Emotionen. Und die Frage, die wir uns vielleicht viel öfter stellen dürfen: „Wie möchte ICH jetzt eigentlich handeln?“
WAS MICH TRIFFT, BETRIFFT MICH.
Diesen Satz möchte ich dir heute ganz besonders ans Herz legen.
Vielleicht hast du ihn schon einmal gehört. Vielleicht denkst du dir gerade: „Ja eh. Wenn mich etwas trifft, dann betrifft es mich natürlich.“ Aber ich möchte ein bisschen tiefer gehen. Denn dieser Satz kann unglaublich viel in uns verändern, wenn wir ihn richtig verstehen. Stell dir vor, deine Freundin sagt etwas, das dich verletzt. Vielleicht meint sie es gar nicht böse. Vielleicht sagt sie: „Du machst dir aber auch immer über alles so viele Gedanken.“ Und plötzlich wirst du wütend. Du möchtest dich rechtfertigen. Ihr erklären, warum du so bist. Vielleicht gehst du nach Hause und denkst noch stundenlang darüber nach.
Warum? Vielleicht, weil du dir selbst schon lange vorwirfst, zu viel nachzudenken. Vielleicht, weil du als Kind oft gehört hast, dass du zu empfindlich bist. Vielleicht, weil du dir so sehr wünschst, einfach einmal verstanden zu werden. Und dann trifft dich dieser Satz nicht nur wegen seiner Worte. Sondern auch wegen der Bedeutung, die er für dich hat. Was mich trifft, kann etwas in mir berühren, das schon länger gesehen werden möchte.
Das kann ein alter Glaubenssatz sein. Eine Unsicherheit. Eine Erinnerung. Ein unerfülltes Bedürfnis. Oder eine Angst, die sich in unterschiedlichen Lebenssituationen immer wieder zeigt.
Aber jetzt kommt etwas, das mir mindestens genauso wichtig ist. Nicht alles, was mich trifft, ist mein eigenes ungelöstes Thema. Manchmal ist jemand tatsächlich respektlos. Manchmal verletzt uns jemand bewusst. Manchmal werden unsere Grenzen überschritten. Und manchmal hat unser Gegenüber selbst mit Unsicherheit, Überforderung oder eigenen Verletzungen zu kämpfen. Deshalb bedeutet dieser Satz für mich nicht: „Wenn mich etwas verletzt, muss ich das Problem bei mir suchen.“ NEIN. Er bedeutet:
„Wenn mich etwas trifft, darf ich genauer hinsehen, was es mit mir macht – ohne automatisch die Verantwortung für das Verhalten meines Gegenübers zu übernehmen.“
Und vielleicht dürfen wir den Satz sogar noch ergänzen: Was mich trifft, darf ich hinterfragen. Was mir nicht gehört, darf ich zurücklassen. Denn nicht jede Stimmung eines anderen Menschen muss zu meiner werden. Nicht jeder Vorwurf muss meine Wahrheit sein. Und nicht jede Erwartung muss ich erfüllen. Vielleicht hat dein Partner einen schlechten Tag. Vielleicht ist deine Kollegin gestresst. Vielleicht reagiert deine Freundin aus einer eigenen Unsicherheit heraus. Du darfst Verständnis dafür haben. Aber du musst ihre Gefühle nicht für sie tragen. Und du musst dich auch nicht kleinmachen, damit jemand anderes sich besser fühlt.
Ist es mein Thema, dein Thema oder unser gemeinsames Thema?
Ich finde, diese Unterscheidung kann unglaublich befreiend sein. Nehmen wir einmal einen Streit in einer Beziehung. Dein Partner zieht sich zurück. Du möchtest reden. Er braucht Ruhe. Du möchtest Nähe. Und plötzlich fühlst du dich abgelehnt. Jetzt könnten verschiedene Dinge gleichzeitig passieren. Vielleicht ist es mein Thema. Weil sein Rückzug in mir eine alte Angst berührt. Vielleicht kenne ich dieses Gefühl, allein gelassen zu werden. Vielleicht interpretiere ich seine Ruhe sofort als fehlende Liebe. Obwohl er einfach nur Zeit für sich braucht. Vielleicht ist es sein Thema. Weil er gerade überfordert ist. Weil er nicht gelernt hat, über seine Gefühle zu sprechen. Oder weil er seine eigene Anspannung an mir auslässt. Vielleicht ist es aber auch unser gemeinsames Thema. Weil wir unterschiedliche Bedürfnisse haben. Weil wir aneinander vorbeireden. Weil keiner von uns gerade wirklich versteht, was der andere braucht. Und genau deshalb möchte ich weg von diesem Gedanken: „Wer ist jetzt schuld?“
Hin zu einer anderen Frage: „Was passiert gerade zwischen uns – und welchen Teil davon kann und möchte ICH verantworten?“ Denn ich kann Verantwortung für meine Worte übernehmen. Für mein Verhalten. Für meine Entscheidungen. Aber ich bin nicht dafür verantwortlich, jede Emotion meines Gegenübers zu lösen. Und mein Gegenüber ist auch nicht dafür verantwortlich, jede Unsicherheit in mir verschwinden zu lassen. Wir dürfen einander verstehen wollen. Und trotzdem Grenzen haben. Grenzen setzen bedeutet nicht, weniger zu lieben. Manchmal bedeutet es, sich selbst dabei nicht zu verlieren.
Meine 15-Minuten-Regel – Zwischen Emotion und Reaktion
Und jetzt möchte ich dir ein Werkzeug mitgeben, das du wirklich in deinem Alltag anwenden kannst.
Ich nenne es meine 15-Minuten-Regel. Denn seien wir uns ehrlich: Wie oft haben wir schon etwas gesagt, das wir 15 Minuten später am liebsten wieder zurückgenommen hätten? Oder eine Nachricht geschrieben, bei der wir uns danach gedacht haben: „Na bravo. Die hätte ich jetzt vielleicht doch nicht abschicken müssen.“ :)))) Ich kenne das.
Manchmal ist die Emotion einfach schneller als unser Verstand. Und genau deshalb möchte ich lernen, mir selbst einen kleinen Moment zu schenken. Nicht, um meine Gefühle zu unterdrücken. Sondern um sie besser zu verstehen. Stell dir vor, du bekommst eine Nachricht. Du liest sie. Und sofort merkst du, wie es in dir hochkocht. Du fühlst dich angegriffen. Ungerecht behandelt. Vielleicht sogar richtig verletzt. Deine Finger sind schon am Handy. Du möchtest sofort antworten. Dich verteidigen. Zurückschießen. Und genau jetzt beginnt deine kleine ESSENTIA-Pause. Die ersten Minuten gehören nicht der Antwort. Sie gehören DIR.
1. HALT – Ich muss nicht sofort reagieren.
Leg dein Handy kurz weg. Oder geh für einen Moment aus der Situation, wenn das möglich ist. Sag dir:
„Ich darf diese Emotion fühlen. Aber ich muss jetzt noch nicht handeln.“
2. ATMEN – Ich komme zurück zu mir.
Atme bewusst ein. Und langsam wieder aus. Spüre deine Füße auf dem Boden. Nimm wahr, wo du die Emotion in deinem Körper fühlst. Ist dein Bauch angespannt? Dein Kiefer fest? Dein Herz schnell? Du musst das Gefühl nicht wegmachen. Du darfst einfach bemerken, dass es da ist.
3. HINSCHUAEN – Was hat mich gerade wirklich getroffen?
Frag dich: „Was genau hat mein Gegenüber gesagt oder getan?“ „Was habe ich daraus geschlossen?“ „Welche Emotion spüre ich?“ „Kenne ich dieses Gefühl von früher?“ „Hat jemand meine Grenze überschritten?“ Und vielleicht die wichtigste Frage: „Was davon gehört zu mir – und was gehört zu meinem Gegenüber?“
4. UNTERSCHEIDEN – Mein Thema, dein Thema oder unser Thema?
Vielleicht merkst du:
„Eigentlich habe ich gerade Angst, nicht wichtig genug zu sein. “Vielleicht erkennst du aber auch: „Nein. Diese Art, mit mir zu sprechen, ist für mich nicht in Ordnung.“ Oder du stellst fest: „Wir haben uns gerade völlig missverstanden. “All das sind wertvolle Erkenntnisse.
5. ENTSCHEIDEN – Wie möchte ICH jetzt reagieren?
Und erst jetzt fragst du dich:
„Was wäre eine Reaktion, hinter der ich auch morgen noch stehen kann?“ Vielleicht möchtest du ein Gespräch suchen. Vielleicht möchtest du eine Grenze setzen. Vielleicht brauchst du noch etwas Zeit. Oder vielleicht erkennst du, dass du diese Bemerkung gar nicht weiter mit dir herumtragen möchtest.
Die 15 Minuten sind dabei kein psychologischer Test. Wenn eine Emotion nach 15 Minuten abflacht, bedeutet das nicht automatisch, dass das Problem beim Gegenüber lag. Und wenn sie länger bleibt, bedeutet das nicht automatisch, dass du ein ungelöstes Thema hast. Manche Emotionen brauchen länger. Manche Situationen sind wirklich verletzend. Und manche Erfahrungen berühren uns tiefer, als wir im ersten Moment verstehen. Die 15 Minuten sind für mich ein bewusst gewählter Abstand. Ein Raum zwischen Reiz und Reaktion. Ein Moment, in dem ich mich wieder fragen kann: „Welche Frau möchte ICH in dieser Situation sein?“ Und wenn 15 Minuten nicht reichen? Dann darf es auch eine Stunde sein. Oder eine Nacht. Denn gerade bei großen Entscheidungen, Konflikten oder verletzenden Worten kann es hilfreich sein, erst einmal darüber zu schlafen. Manchmal sieht die Welt am nächsten Morgen tatsächlich ein bisschen anders aus.
Und manchmal wissen wir am nächsten Morgen noch klarer, dass wir eine Grenze setzen müssen. Beides darf sein.
Und jetzt, meine lieben Frauen ... reden wir einmal über unsere Hormone. :))))
Denn ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Aber manchmal könnte ich die ganze Welt umarmen. Und manchmal frage ich mich, warum heute eigentlich jeder Mensch unbedingt etwas von mir möchte. :)))) Manchmal fühle ich mich wunderschön. Selbstbewusst. Voller Energie. Und an anderen Tagen stehe ich vor demselben Spiegel und frage mich: „Was ist denn bitte heute los mit mir?“ Unsere Emotionen werden von vielen Dingen beeinflusst. Von unserem Schlaf. Unserem Stress. Unseren Erfahrungen. Unserem Nervensystem. Und bei vielen Frauen auch von den hormonellen Veränderungen während des Zyklus. Deshalb möchte ich dir heute etwas erzählen, das mir persönlich unglaublich geholfen hat.
Die vier Jahreszeiten meines Zyklus. Natürlich erlebt nicht jede Frau ihren Zyklus gleich. Und nicht jeder Zyklus dauert genau 28 Tage. Auch hormonelle Verhütung, Lebensphasen oder gesundheitliche Faktoren können beeinflussen, welche Veränderungen wir bemerken. Aber vielleicht erkennst du dich in der einen oder anderen Jahreszeit wieder.
Mein Winter – Die Menstruation
Mit Beginn der Blutung sind die Spiegel von Östrogen und Progesteron zunächst niedrig. Manche Frauen fühlen sich müder, empfindlicher oder brauchen mehr Ruhe. Andere erleben diese Tage ganz anders. Mein Winter? Meine Lieben ... WOLLSOCKEN! :)))) Eine warme Decke. Ruhe. Und manchmal einfach ein bisschen weniger von allem. Ja, ich weine in meinem Winter oft mehr. Manchmal sogar wegen Dingen, über die ich ein paar Tage später schon wieder lachen kann. Aber heute versuche ich nicht mehr, mich dafür zu verurteilen. Ich darf empfindsam sein.´Ich darf langsamer werden. Ich darf mich zurückziehen. Und ich darf auch einmal sagen: „Heute brauche ich ein bisschen mehr Ruhe.“
Mein Frühling – Die Zeit nach der Menstruation
In der ersten Zyklushälfte steigt der Östrogenspiegel allmählich an. Manche Frauen erleben in dieser Zeit mehr Energie, Motivation oder Kreativität. Und mein Frühling? Da erwache ich wieder. Ich bekomme Ideen. Ich möchte gestalten. Verändern. Etwas Neues beginnen. Ich spüre wieder mehr Lust, mich selbst anzunehmen. Mich schön zu machen. Mich zu zeigen. Und manchmal denke ich mir: „Na schau, da bist du ja wieder!“ ;)
Mein Sommer – Rund um den Eisprung
Rund um den Eisprung verändert sich das Zusammenspiel unserer Hormone. Manche Frauen erleben in dieser Phase mehr Kontaktfreude, sexuelles Interesse oder Selbstvertrauen. Und mein Sommer? PUHHHH, MEINE LIEBEN! :)))) Da könnte ich manchmal Bäume ausreißen! Da habe ich Energie. Da möchte ich leben. Lachen. Tanzen. Und jaaaaa ... ich spiele auch gerne mit meinen weiblichen Reizen. ;) Rote Lippen? Unbedingt! Ein schönes Kleid? Warum nicht! Und dieses Gefühl, einfach FRAU zu sein und die eigene Weiblichkeit zu genießen? Ich liebe es. Denn genau das ist auch ein Teil von mir.
Mein Herbst – Die Zeit vor der nächsten Menstruation
Nach dem Eisprung spielt Progesteron eine wichtige Rolle. Gegen Ende des Zyklus sinken die Hormonspiegel wieder ab, wenn keine Schwangerschaft eintritt. Manche Frauen erleben in dieser Zeit mehr Reizbarkeit, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder ein stärkeres Bedürfnis nach Rückzug. Und mein Herbst? Sagen wir einmal so: Da dürfen manche Menschen ruhig ein bisschen weniger mit mir reden. :)))) Da merke ich schneller, wenn mir etwas zu viel wird. Ich bin manchmal genervt. Manchmal ungeduldig. Und manchmal denke ich mir: „Kann mich heute bitte einfach jeder ein bisschen in Ruhe lassen?“ Aber heute weiß ich das. Und dieses Wissen verändert etwas.
Meine persönliche Geschichte – Seit ich meinen Zyklus verstehe, verstehe ich auch mich besser
Früher habe ich mich oft gefragt, warum ich an manchen Tagen so unglaublich viel Energie habe und an anderen am liebsten gar nichts machen möchte. Warum ich manchmal voller Selbstvertrauen vor dem Spiegel stehe und mich schön finde. Und warum ich an anderen Tagen dieselbe Frau sehe und plötzlich an mir zweifle. Warum ich manchmal alles schaffen möchte. Und manchmal schon bei der kleinsten Kleinigkeit das Gefühl habe, dass mir alles zu viel wird. Heute beobachte ich meinen Zyklus bewusster. Ich kenne meinen Frühling. Meinen Sommer. Meinen Herbst. Und meinen Winter. Und weißt du, was sich dadurch für mich verändert hat? Ich kämpfe nicht mehr so oft gegen mich selbst. Wenn ich merke, dass mein Herbst kommt, versuche ich, meine Bedürfnisse ernster zu nehmen. Ich weiß, dass ich manchmal schneller gereizt bin. Also darf ich mir bewusst mehr Ruhe schaffen. Wenn mein Winter kommt und ich weinen muss, dann darf ich weinen. Ohne mich dafür schwach zu fühlen. Wenn mein Frühling beginnt, freue ich mich über meine Kreativität. Und wenn mein Sommer da ist? Dann genieße ich diese Frau in mir, die Lust aufs Leben hat. Die sich schön findet. Die lacht. Die tanzt. Und die sich manchmal auch einfach ein bisschen verrückt benehmen möchte. ;) Aber weißt du, was ich daran besonders schön finde? Ich bin in jeder dieser Jahreszeiten dieselbe Frau. Nicht weniger wertvoll im Winter. Nicht weniger liebenswert im Herbst. Nicht erst schön im Sommer. Und nicht erst erfolgreich, wenn ich im Frühling wieder voller Ideen bin. Ich bin immer ICH. Mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Mit unterschiedlicher Energie. Mit unterschiedlichen Emotionen. Und vielleicht dürfen wir genau das lernen: Uns selbst nicht nur dann zu mögen, wenn wir funktionieren. Sondern auch dann, wenn wir Ruhe brauchen. Wenn wir zweifeln. Wenn wir empfindsam sind. Wenn wir einfach einmal nicht alles schaffen. Denn wir verlangen von der Natur ja auch nicht, dass sie im Winter blüht. Warum verlangen wir es dann manchmal von uns selbst? Und jetzt interessiert mich wirklich:
Wer von euch beobachtet seinen Zyklus schon bewusst? Wer kennt diese Unterschiede? Und wer denkt sich gerade: „Moment mal ... vielleicht sollte ich da wirklich einmal genauer hinschauen!“ :)))) Wenn plötzlich alles zusammenkommt ...
Stell dir einmal einen ganz gewöhnlichen Nachmittag vor. Du kommst von der Arbeit nach Hause. Du warst den ganzen Tag konzentriert. Freundlich. Organisiert. Du hast funktioniert. Jetzt möchtest du eigentlich nur 15 Minuten Ruhe. Aber kaum bist du bei der Tür, ruft schon jemand: „Mamaaaaa!“ Ein Kind braucht Hilfe. Das andere sucht etwas. Irgendwo liegt noch Wäsche. Vielleicht wartet auch noch eine Nachricht, die du beantworten solltest. Und plötzlich merkst du, wie du innerlich immer unruhiger wirst. Du wirst ungeduldig. Vielleicht antwortest du schärfer, als du möchtest. Und dann kommt dieser Moment. Du siehst die enttäuschten Augen deines Kindes. Und sofort ist sie da. Diese andere Emotion. Das schlechte Gewissen. „Warum war ich jetzt so ungeduldig?“ „Warum schaffe ich es nicht, einfach ruhig zu bleiben?“ „Bin ich eine schlechte Mama?“
Und jetzt möchte ich dich bitten, einmal genauer hinzusehen. Vielleicht warst du nicht einfach nur wütend. Vielleicht warst du erschöpft. Vielleicht hat dein innerer Anteil, der immer alles schaffen möchte, schon den ganzen Tag versucht, stark zu sein. Vielleicht hat der Anteil, der sich nach Ruhe sehnt, überhaupt keinen Platz bekommen. Und vielleicht meldet sich jetzt auch noch der Anteil, der unbedingt eine perfekte Mama sein möchte. Plötzlich wird aus einer kleinen Alltagssituation ein riesiger innerer Kampf. Und genau hier verbinden sich unsere Themen.
Meine Rolle: Ich bin gerade Mama. Meine inneren Anteile: Die Starke, die Erschöpfte und diejenige, die alles richtig machen möchte. Meine Emotionen: Wut, Überforderung, Traurigkeit und schlechtes Gewissen. Mein ICH: Die Frau, die all das wahrnehmen und entscheiden darf, wie sie jetzt weitergehen möchte. Vielleicht brauche ich gerade keine weiteren Selbstvorwürfe. Vielleicht brauche ich eine Pause. Vielleicht muss ich meinem Kind sagen: „Es tut mir leid, dass ich gerade so ungeduldig war. Ich bin heute wirklich müde. Du hast nichts falsch gemacht.“ Und vielleicht darf ich danach auch einmal zu mir selbst sagen: „Ich muss nicht perfekt sein, um eine liebevolle Mama zu sein.“ Denn genau das ist für mich Entwicklung. Nicht, dass wir nie wieder emotional reagieren. Sondern dass wir beginnen, uns selbst besser zu verstehen. Und Verantwortung für unser Verhalten übernehmen, ohne uns dabei ständig selbst kleinzumachen.
ESSENTIA – Meine Gedankenwelt 🤍
Mein ICH. Meine Rollen. Meine Anteile. Meine Emotionen.
Nimm dir heute wieder dein persönliches ICH-Buch zur Hand.
Vielleicht möchtest du deine bisherigen Aufzeichnungen noch einmal durchlesen. Welche Rollen hast du entdeckt? Welche inneren Anteile begleiten dich? Und welche Emotionen tauchen in diesen Rollen immer wieder auf? Heute möchte ich dich einladen, die Zusammenhänge noch bewusster zu erkennen. Nicht, um dich zu bewerten. Sondern um dich selbst besser kennenzulernen.
1. Welche Situationen treffen mich besonders?
Denke an deinen Alltag. An die Arbeit. Deine Kinder. Deine Beziehung. Deine Freundschaften. Welche Worte oder Verhaltensweisen lösen in dir besonders starke Emotionen aus? Wann wirst du schnell wütend? Wann fühlst du dich verletzt? Wann ziehst du dich zurück? Und wann hast du das Gefühl, dich unbedingt rechtfertigen zu müssen?
2. Welche Rolle lebe ich in diesen Momenten?
Bin ich gerade Mama? Partnerin? Freundin? Tochter? Unternehmerin? Gibt es eine Rolle, in der ich besonders häufig an meine Grenzen komme? Und vielleicht auch: Welche Erwartungen stelle ich in dieser Rolle an mich selbst?
3. Welcher innere Anteil meldet sich?
Ist es der Anteil, der immer stark sein möchte? Derjenige, der Angst vor Ablehnung hat? Der Anteil, der alles perfekt machen möchte? Oder vielleicht die Seite in dir, die sich einfach einmal wünscht, gesehen und verstanden zu werden? Was könnte dieser Anteil gerade brauchen?
4. Was mich trifft, betrifft mich – aber was genau?
Was hat mich an der Situation wirklich verletzt? War es der Satz meines Gegenübers? Oder die Bedeutung, die ich diesem Satz gegeben habe? Kenne ich dieses Gefühl schon länger? Und gibt es vielleicht einen alten Glaubenssatz, der sich immer wieder meldet? Zum Beispiel: „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich muss alles allein schaffen.“ „Ich darf keine Fehler machen.“ „Ich bin nur wertvoll, wenn ich für andere da bin.“ Und dann frage dich bitte auch: „Was davon gehört wirklich zu mir – und was darf ich bei meinem Gegenüber lassen?“
5. Wo darf ich klarere Grenzen setzen?
Wo sage ich JA, obwohl ich NEIN meine? Wo versuche ich, die Gefühle anderer Menschen zu lösen? Wo übernehme ich Verantwortung, die gar nicht meine ist? Und was würde ich gerne einmal aussprechen, wenn ich keine Angst vor der Reaktion meines Gegenübers hätte?
6. Wie verändern sich meine Emotionen im Laufe meines Zyklus?
Beobachte dich einmal über mehrere Wochen. Wann fühle ich mich besonders kraftvoll? Wann bin ich kreativ? Wann fühle ich mich schön und selbstbewusst? Wann brauche ich mehr Ruhe? Wann bin ich schneller verletzt oder gereizt? Und welche anderen Faktoren spielen vielleicht mit hinein? Schlaf? Stress? Belastung? Vielleicht möchtest du dir dafür eine kleine Übersicht in deinem ICH-Buch gestalten. Mit deinen ganz persönlichen Jahreszeiten.
7. Wie möchte ICH in Zukunft reagieren?
Und jetzt kommt für mich eine der wichtigsten Fragen. Stell dir eine Situation vor, die dich immer wieder emotional trifft. Vielleicht ein Streit. Eine Kritik. Eine Enttäuschung. Oder ein Moment, in dem du dich nicht gesehen fühlst. Und dann frage dich: „Wenn mich diese Situation morgen wieder trifft – wie möchte ICH dann reagieren?“ Nicht aus Angst. Nicht aus einem alten Glaubenssatz heraus. Nicht, weil du glaubst, es allen recht machen zu müssen. Sondern aus der Frau heraus, die du sein möchtest. „Welche Reaktion würde zu der Frau passen, die ich sein möchte, anstatt zu der Verletzung, die ich vielleicht noch in mir trage?“ Vielleicht möchtest du ruhiger bleiben. Vielleicht möchtest du endlich einmal NEIN sagen. Vielleicht möchtest du deine Bedürfnisse aussprechen. Oder vielleicht möchtest du dich selbst nicht mehr so schnell infrage stellen. Und weißt du was? Du musst das nicht von heute auf morgen perfekt können. Aber du darfst beginnen, es zu üben. Denn jedes Mal, wenn du bewusst innehältst und anders handelst, gibst du dir die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen.
Dein ESSENTIA-Moment für diese Woche
Ich möchte dir heute eine kleine Aufgabe mitgeben. Eine Aufgabe, die dich durch die nächsten Tage begleiten darf. Wenn dich etwas emotional trifft, erinnere dich an diesen Satz:
WAS MICH TRIFFT, BETRIFFT MICH. Und dann schenke dir deine 15 Minuten. Atme. Spüre. Hinterfrage. Unterscheide. Und entscheide bewusst. Vielleicht erkennst du dabei etwas, das du bisher noch gar nicht wahrgenommen hast. Vielleicht entdeckst du einen inneren Anteil, der schon lange nach Aufmerksamkeit sucht. Vielleicht bemerkst du aber auch, dass du viel zu oft die Probleme anderer Menschen zu deinen eigenen machst. Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem du beginnst, eine neue Grenze zu setzen. Nicht gegen andere Menschen. Sondern für dich selbst.
Wenn du deine Emotionen besser verstehen möchtest
Vielleicht hast du beim Lesen bemerkt, dass bestimmte Situationen in deinem Leben immer wieder ähnliche Gefühle auslösen. Vielleicht kennst du diese Momente, in denen du ganz anders reagierst, als du eigentlich möchtest. Oder du spürst, dass du zwar unglaublich viel für andere Menschen tust, deine eigenen Bedürfnisse dabei aber immer wieder aus den Augen verlierst.
In der psychosozialen Beratung und im Coaching können wir gemeinsam genauer hinsehen.
Auf deine Rollen. Auf deine inneren Anteile. Auf deine Glaubenssätze. Und auf die Emotionen, die dich im Alltag begleiten. Nicht, damit du nie wieder traurig, wütend oder unsicher bist. Sondern damit du dich selbst besser verstehst und bewusster entscheiden kannst, wie du mit diesen Gefühlen umgehen möchtest.
Denn eines bleibt für mich der wichtigste Gedanke hinter ESSENTIA:
„Ich gebe dir nicht die Antworten auf dein Leben. Ich gebe dir Werkzeuge, mit denen du deine eigenen Antworten entdecken kannst.“
Ein letzter Gedanke für heute
Meine Liebe, vielleicht darfst du heute etwas ganz Wichtiges mitnehmen: Du bist nicht deine Wut. Du bist nicht deine Angst. Du bist nicht deine Traurigkeit. Und du bist auch nicht dieser eine Moment, in dem du vielleicht anders reagiert hast, als du es dir gewünscht hättest. Du bist so viel mehr. Du bist die Frau hinter all deinen Rollen. Mit all ihren inneren Anteilen. Mit ihrer Geschichte. Mit ihren Bedürfnissen. Und mit all den Emotionen, die zu einem menschlichen Leben dazugehören. Du musst nicht immer ruhig sein. Du musst nicht immer stark sein. Und du musst auch nicht jede Situation perfekt meistern. Aber du darfst lernen, dich selbst immer ein Stück besser zu verstehen. Denn zwischen dem, was dich trifft, und dem, wie du darauf reagierst, darf Platz für dein ICH entstehen. Vielleicht ist es genau dieser kleine Moment, in dem du beginnst, dir selbst wieder mehr zu vertrauen. In dem du erkennst, dass du nicht jede Erwartung erfüllen musst. Dass du Grenzen setzen darfst. Dass du wertvoll bist, auch wenn du einmal nicht funktionierst. Und dass du dich selbst nicht verlieren musst, um für andere Menschen da zu sein. Und vielleicht beginnt genau dort etwas ganz Wertvolles. Selbstvertrauen. Selbstbewusstsein. Und ein bisschen mehr Selbstliebe. Aber dazu kommen wir nächste Woche. ;)
Nächsten Montag in unserer ESSENTIA-Gedankenwelt
Nächsten Montag entdecken wir gemeinsam die 3 S – und warum sie so viel mit unserem ICH, unseren Rollen, unseren inneren Anteilen und unseren Emotionen zu tun haben ... neugierig? Dann begleite mich auch nächste Woche wieder ein Stück auf unserer gemeinsamen Gedankenreise. 🤍
Worte Von mir. Vielleicht auch für dich.
ESSENTIA – Meine Gedankenwelt
Wenn Gedanken leiser werden, wird deine Essenz wieder hörbar.